Interpreation "Ellebracht Fahrerflucht"

Frage: Interpreation "Ellebracht Fahrerflucht"
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Ich muss die heute noch drucken und morgen abgeben, es wäre schön wenn ich eine Rückmeldung bekommen könnte.


Interpretation: „Fahrerflucht“

In der Kurzgeschichte „Fahrerflucht“ von Josef Reding geht es um einen Mann namens Ellebracht. Er ist Geschäftsmann und kommt gerade von einer Konferenz. Es ist der erste Tag an dem er mit einem neuen breiteren Auto fährt, nachdem er zuvor immer nur mit einem Volkswagen gefahren ist. Auf der Rückfahrt passiert ihm ein Unfall mit einem Fahrradfahrer. Dieser liegt am Boden am Blutet. Aus lauter Verzweiflung fährt Ellebracht einfach weiter. Während der Fahrt nach Hause, kämpft er mit seinen Gedanken und seinem Gewissen. Er überlegt die ganze Zeit ob er zurückfahren soll oder doch zu sich nach Hause. Ellebracht denkt an die möglichen Folgen, wenn er nicht zurückfährt und wenn er zurückfährt. Auf der Fahrt fängt er an zu schwitzen und sieht vor sich an seinem Auto ein Kreuz das noch von dem Unfall mit Blut beschmiert ist und dieselbe Form hat wie der Radfahrer als er auf der Straße lag. Dieses Kreuz bringt ihn letztendlich dazu, umzukehren und dem Fahrradfahrer zu helfen.

Die Kurzgeschichte beginnt damit, dass die Hauptperson Ellebracht gerade in seinem Auto sitzt, den Unfall hinter sich hat, ihn ignoriert und jetzt nach Hause fahren will. Schon in den Zeilen eins bis zehn erkennt man, wie angespannt die ganze Geschichte sein wird. Denn Ellebracht wischt sich sofort den Schweiß ab, sagt mehrmals, dass nur die Breite des Wagens schuld an dem Unfall sei und dass es ohne die Breite nicht passiert wäre. Im wesentlichen geht es in der Geschichte darum, wie Ellebracht mit seinem Gewissen zurechtkommt, wenn er weiß das er nachts auf offener Straße, einen blutenden Radfahrer, an dessen Unfall Ellebracht maßgeblich daran beteiligt war, liegen lässt und ihm nicht hilft.
Während der Fahrt gerät Ellebracht in einen Gewissenskonflikt, denn er überlegt ständig was besser wäre, ob er zurückfahren soll oder nicht. Dafür bringt er immer wieder Gründe auf. Er denkt, wenn er zurück fährt muss er in das Gefängnis und da er Geschäftsmann ist und auch eine Familie hat, eine Frau namens Karin und eine Tochter namens Ursula, befürchtet er dass er so seine Kunden verliert, die neuen Vertreter seinen Job übernehmen und das er das Haus und das Auto nicht mehr bezahlen kann. Außerdem befürchtet er dass seine Tochter Ursula nicht auf ein Internat gehen kann, wie sie es geplant haben. Denn er weiß genau, das er als Schuldiger empfunden wird, da er auf der Konferenz vier Bier getrunken hat und somit Alkohol im Blut hat, was den Körper und den Verstand für eine gewisse Zeit außer Kraft setzt. Nachdem er diese Theorien durchhat, denkt er dass es richtig gewesen sei, nicht zum Unfallort zurückzukehren.
Ein wichtiger Punkt für seine vielen Überlegungen ist, dass er ständig an roten Ampeln stehen bleibt. Da es nachts ist und er nichts anderes als das rote Licht sieht. In dieser Zeit denkt er immer in der Geschichte darüber nach wie z.B. in der Zeile 53: „Verdammte Rotlichter!“ Kurz darauf, kommt sein Gedankenumbruch. Der wahre Gewissenskonflikt entsteht ab Zeile 56. Denn nachdem Ellebracht wieder einmal vor einer roten Ampel steht, sagt er: „Ich will nach Hause. Ich kann erst ruhig durchatmen, wenn der Wagen in der Garage steht und ich bei der Familie bin. Und wann ist der Mann mit dem Fahrrad bei seiner Familie? Der Mann, der mit ausgebreiteten Armen wie ein Kreuz am Straßenrand gelegen hat? …“
Durch diese Aussage beginnt sich die Handlung zu ändern. Denn erst ab diesem Punkt merkt er, dass es besser sei zurückzufahren. Er hat sich jedoch noch nicht dazu entschieden.
Ab diesem Punkt sieht er vorne an seinem Auto, ein Kreuz das von dem Unfall verbogen ist, außerdem hat es noch Blutspuren von dem Radfahrer. Daraufhin erschreckt sich Ellebracht. Zeile 71: „Ellebracht musste immerfort auf dieses Kreuz starren.“ In dieser Zeit stand die Ampel immer noch auf Rot. In Zeile 75 regt er sich auf: „ Wann kommt denn endlich Grün?“ Als Ausdruck seiner Verzweiflung reißt er sich in Zeile 80 den Hemdkragen auf. Der Autor schreibt ständig das Ellebracht schwitze, was ein Zeichen von psychischem Stress ist.
Während die Ampel immer noch auf Rot steht, denkt Ellebracht zwischenzeitlich, dass er aussteigen sollte und das Kreuz abreißen soll, Zeile 81 bis 82: „Das Kreuz macht mich verrückt. Ich kann das nicht mehr sehen.“ Er fing an sich immer mehr Fragen zu stellen. Zeile 83 bis 84: „Und wie der Mann dalag. Ob man ihn jetzt schon gefunden hat? Ob er schon so kalt und starr ist wie das Kreuz vor mir?“
Ellebracht war bereits wieder dabei zu fahren, als er auch ohne rote Ampel stehenblieb und in Zeile 88 sagte: „Ich kann so nicht nach Hause!“
Daraufhin drehte er wieder um, allerdings fuhr er jetzt ganz ruhig. Als er ankam sah er einen „ Haufen von verborgenem Blech und Stahl.“ Zeile 102. Zuerst hatte Ellebracht noch Angst als er den ersten Fuß auf die Erde setzte. Doch dann ging er zu dem verletzten Radfahrer. Dieser sagt nur in Zeile 110: „Sie haben angehalten. Dan-ke!“
Woraufhin Ellebracht in Zeile 111 und 112 sagt: „ Ich habe nicht – ich bin nur zurückgekommen“.

Die Geschichte wird in der Mischform bzw. Er-Perspektive erzählt. Der Autor Josef Reding benutzt Anaphern. Zeile 7 bis 8 „ Er dachte“, „ Er dachte“, „ Er dachte“.
Außerdem benutzt Reding Vergleiche. Zeile vier bis sechs: „Als er die Hand zurücklegte, spürte er, dass sie noch immer schweißig war, so schweißig wie sein Gesicht und sein Körper. Schweißig vor Angst. „
Der Autor benutzt außerdem Personifizierungen. Zeile 90: „Eine grelle Hupe schmerzte.“
Da diese Kurzgeschichte wie die meisten Kurzgeschichten keine Einleitung und ein offenes Ende haben, kann sich der Leser selber das Ende denken. Durch die Kurzgeschichte wird das Thema „Fahrerflucht“ angesprochen. Es wird genau beschrieben, was in einem Menschen vorgeht der Fahrerflucht begeht.

Ich finde diese Kurzgeschichte sehr gut. Denn es macht spaß sie zu lesen und der Inhalt ist sehr gut. Ich finde es interessant wie der Autor es geschafft hat in kurzer Zeit und durch verschiedenste Dinge, wie z.B. die Ampel, immer wieder neue Wege zu finden, wodurch die Hauptperson Ellebracht immer wieder neue Zeit zum Nachdenken bekommt und am Ende die richtige Lösung findet. Ich finde die Geschichte außerdem mehr als gelungen, da man sich sehr gut in die Hauptperson hineinversetzen kann, denn es würde jedem so gehen, der Fahrerflucht begehen würde, das man genau darüber nachdenkt was wäre wenn?
Frage von HannesTea | am 14.09.2010 - 20:20

 

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