Ursachen und Verbreitung des Hexenwahns in der frühen Neuzeit

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Hexenverfolgung

Ursachen und Verbreitung des Hexenwahns in der frühen Neuzeit



Gliederung:
1. Zeitliche Einordnung
2. Hexenverfolgung im Europa der frühen Neuzeit
2.1.Ursachen der Hexenverfolgung
3. Verbreitung der Hexenverfolgung

4. Fazit
5. Diskussion: Inwiefern ist der Hexenwahn der frühen Neuzeit zu vergleichen mit Menschendiskriminierungen heutzutage?

1. Zeitliche Einordnung
Die Hexenverfolgung fand vom 14. bis zum 17. Jahrhundert statt. Als Höhepunkt der Hexenverfolgung in Europa gelten die Jahre 1550 bis 1650. Damit sind sie in die Epoche der frühen Neuzeit einzuordnen.
Die frühe Neuzeit ist das Zeitalter zwischen dem Spätmittelalter und der französischen Revolution. Der Beginn der Neuzeit ist im 15. bzw. 16. Jahrhundert und entweder an der Entdeckung Amerikas (1492), der Reformation durch Martin Luther (1517) oder an der Erfindung des Buchdrucks (1450) festzumachen. Das Ende der Neuzeit lässt sich an der französischen Revolution (1789) datieren.
2.1. Ursachen der Hexenverfolgung
Für die Hexenverfolgung gab zahlreiche Gründe. Ein Umbruch der geistigen, religiösen und politischen Verhältnisse brachte Unsicherheit aller Art mit sich.
Zu Zeiten der Hexenverfolgung herrschte gerade die Pest, durch welche ein großer Teil der Bevölkerung starb. Vielen Menschen wurde daher angehängt, Krankheiten und körperliche Schädigungen durch „Schwarze Magie“ an anderen Menschen vorgenommen zu haben.
Das nach der Pest dramatische Anwachsen der europäischen Bevölkerung vom späten 15. bis zum frühen 17. Jahrhundert führte zu einer Arbeitslosenquote, die alle damaligen Rekorde brach. Wegen des Überangebots an Arbeitskräften sanken die Reallöhne dramatisch. Dazu kam eine sehr hohe Inflationsrate. Durch die hohe Bevölkerungszahl wurden die knappen Ressourcen schneller verbraucht, als normalerweise. Das Ergebnis dieser Vorgänge war ein starkes Absinken des Lebensstandards, was besonders der ohnehin schon arme Teil der Bevölkerung zu spüren hatte.
Im Mittelalter gab es, neben dem christlichen Glauben, noch traditionelle nichtchristliche religiöse Vorstellungen, denen die Kirche sich anfangs noch relativ tolerant zeigte und nur diejenigen, denen man magische Praktiken nachweisen konnte, zur Rechenschaft zog. Allerdings wollte die Kirche mehr Macht und begann somit, diese so genannten Volksreligionen zu bekämpfen. Alle Anhänger und Gläubiger wurden fortan als Ketzer und Hexen bezeichnet. Ihre Foltermethoden rechtfertigte die Kirche damals mit der biblischen Anordnung „Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen“ (2.Moses 22, 17) So gab es kein wirksameres Mittel und keinen leichteren Weg sich seines Feindes zu entledigen.
Ein weiterer Grund für die Hexenverfolgung war, dass die Menschen bzw. Jäger und Antreiber hinter der Verfolgung den Gewinn sahen, den sie machen konnten. Richter und Inquisitoren erhielten z.B. Kopfgelder nach Zahl der Verurteilten, die Obrigkeit bereicherte sich an eingezogenen Gütern von Hexen, das Handwerk der Scharfrichter und Folterknechte blühte und der Landesherr bekam seinen Anteil vom Besitz des Opfers.
Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme führten zu einem starken Konkurrenzverhalten innerhalb der Bevölkerung. Ein regelrechter Verdrängungswettbewerb setzte ein. So war es nicht selten, dass zwischenmenschliche Probleme mit einer Anklage wegen Hexerei endeten.
Dies ist auch auf die Zeit des 30- jährigen Krieges zurückzuführen. Ein großer Teil der Bevölkerung spürte durch die Autorität von Behörden und Gerichten eine Form von Stabilität, die sie besonders bestärkte. Aus dem langsamen Aufkeimen des Hexenwahns wurde eine regelrechte Massenneurose der gesamten Bevölkerung.
Die Hexenverfolgung galt hauptsächlich Frauen, da diese von der Kirche als minderwertig angesehen wurden und da weise Frauen zum Beispiel mit Kräutern Leiden heilten und heilende Tränke brauten, die der Bevölkerung unheimlich waren.
Verbreitung der Hexenverfolgung
Viele Ordensmänner und Kleriker verfassten dämonische Traktate, in denen von der teuflischen Gefahr die Rede war. Sie sollten die vermeintliche Existenz der schaden- und todbringenden Hexensekte beweisen. Außerdem wurde durch diese Traktate zur uneingeschränkten Verfolgung aufgerufen.
Das berühmteste Buch zur Verfolgung von Hexen ist der Hexenhammer, der schon kurz nach seiner Veröffentlichung seinen Zweck erfüllte. Zunächst stiegen die Verfolgungen in Süddeutschland und der Schweiz drastisch. 1499 erreicht die neue Prozesswelle das Rheinland und die Stadt Köln. Von dort breiten sich die Verfolgungen weiter nach Westen in die Niederlande und nach Norden Richtung Osnabrück und Braunschweig aus. Überall auf deutschem Boden herrscht eine härtere Gangart gegenüber den vermeintlichen Hexen.
Das Ende der Hexenprozesse kam erst mit dem Ende bzw. dem Sieg der Aufklärung, in der die Eigenständigkeit der Menschen gefordert wurde.1793 kam es in Posen, noch unter polnischer Hoheit, zur letzten Verbrennung zweier Frauen. Bis zu diesem Zeitpunkt haben jedoch schon mehrere Tausend Menschen den Tod auf dem Scheiterhaufen gefunden.

Fazit
Die Hexenverbrennung war ein von Menschen hervorgerufener Prozess, der auf dem Aberglauben der gottesfürchtigen Bevölkerung basierte, der aufgrund von Habgier von Richtern, Kopfgeldjägern, Antreibern und Inquisitoren schamlos ausgenutzt und immer weiter voran getrieben wurde.
Quellenangabe
http://www.joerg-sieger.de/gesch/25_neu.html
http://209.85.135.104/search?q=cache:DjNH33jPzzkJ:www.diss.fu-berlin.de/
http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel,,,,0E14C748459663D2E0440003BA5E08D7,,,,,,,,.html
http://www.museumonline.at/1999/schools/classic/landeck/hexen/hexenhammer.html#inh
http://www.lehnswesen.de/page/html_hexenwahn.html
Inhalt
Ursachen und Verbreitung des Hexenwahns in der frühen Neuzeit

Gliederung:

1. Zeitliche Einordnung
2. Hexenverfolgung im Europa der frühen Neuzeit
2.1.Ursachen der Hexenverfolgung
3. Verbreitung der Hexenverfolgung
4. Fazit (735 Wörter)
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10.06.2008 von unbekannt
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