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Merkmale von Dramen und Kömödien

Alles zu Theorien (Theater, Dramen,..)

Die geschlossene Form des Dramas: der ,pyramidale' Bau


1. Akt Exposition Bekanntmachung/Vorstellung von...
>; Ort, Zeit, Volkstum und Lebensverhältnissen
>; Vorgeschichte
>; Wichtige Personen
>; ,Tempo' und ,Stimmung'
>; Ansatz des Konflikts (,das erste Kräuseln kleiner Wellen')
2. Akt Steigerung der Handlung /
das erregende Moment >; Inbewegungsetzung der Handlung
>; Spieler und Gegner haben ihr Wesen dargestellt
und Interessen verdeutlicht
>; Handlung verwickelt sich und hebt sich
>; Spannung steigt
3. Akt Höhepunkt/ Prepeterie >; Höchste Stufe der Konfliktentwicklung
>; Wendepunkt
>; Held steht in entscheidenden Auseinandersetzungen, führt zu..
>; Umschlag, Untergang oder Aufstieg des Helden
4. Akt Fallende Handlung/
Umkehr/ retardierendes Moment >; Schwierigster Teil des Dramas
>; Bewegt sich, mit abwärts drängender Gewalt' dem Schluss zu
>; Steigerung der Spannung
>; durch Herauszögerung, wegen der Sättigung des Zuschauers
5. Akt Katastrophe/ Schlusshandlung Lösung des Konflikts durch...
>; Untergang Tragödie
>; Aufstieg Schauspiel
/ Sieg des Helden

Offenes und geschlossenes Drama (Typologie nach Volker Klotz)
geschlossen offen
Handlung
>; einheitliche, in sich abgeschlossene Haupthandlung
>; Kausale Verknüpfung der Szenen (Nichtaustauschbarkeit)
>; Einzelne Handlungen als Schritte einer logischen Abfolge, die nur so Sinn ergibt >; Mehrere Handlungen gleichzeitig (Polymethie)

>; Zerrissenheit der Handlungsabfolge

>; Relative Autonomie einzelner Episoden (sie stehen eigenständig nebeneinander)
Zeit
>; Einheit der Zeit (enger Zeitraum)
>; Zeit nur Rahmen des Geschehens
(unwichtig für Handlung)
>; Keine Zeitsprünge

>; Eindeutiger Anfang
>; Vorgeschichte wird geliefert
>; Eindeutige Lösung am Schluss



>; Ausgedehnter Zeitraum
>; Zeit als in die Ereignisse eingreifende Wirkungsmacht
>; Zeitsprünge zwischen Szenen

>; Unvermittelter Beginn
>; Vorgeschichte nicht geliefert
>; Offener Schluss
Ort
>; Einheit des Ortes (nur ein Ort)
>; Ort nur Rahmen des Geschehens >; Vielheit der Orte
>; Räume charakterisieren und determinieren (tragen zur Handlung bei)
Personen
>; Geringe Zahl
>; Ständeklausel (Tragik ist nur Personen von hohem Rang vorbehalten)
>; Hoher Bewusstseinsgrad >; Große Zahl
>; Keine ständischen und sozialen Beschränkungen

>; Komplexes Zusammenspiel von Innenwelt und Außenwelt (Antihelden, die von ihrem sozialen Umfeld bestimmt werden)

Fachbegriffe zur Dramentextanalyse
Unterscheidungskriterien für dramatische Genres
>; Epochenübergreifende Handlungs- und Konfliktlösungsmuster (danach unterscheidet man z.B. Tragödie, Komödie, Tragikomödie, Groteske)
>; Epochenspezifische Muster (z.B. klassisches Drama, bürgerliches Trauerspiel, soziales Drama)
>; Absichten eines Autors (z.B. Lehrstück oder Parabel)
>; Mediale Formen (z.B. Oper, Fernsehspiel, Puppentheater)
Dramatische Gattungen - Zwei Hauptgattungen
(1) Komödie: Komisches Bühnenstück über einen scheinbaren Konflikt, der mit heiterer Überlegenheit über menschliche Schwächen gelöst wird (ironisch oder satirische Situations- oder Charakterkomödie). Endet meist mit Auflösung aller Verwicklung und einem glücklichen Ende.

(2) Tragödie: Konflikt mit der sittlichen Weltordnung, dem Schicksal usw. Führt zum äußeren oder inneren Zusammenbruch des Helden, zu Niederlage vor dem Ausweglosen. Konflikt bleibt ungelöst. Endet meist mit Katastrophe.

Die Ausgestaltung ändert sich im Laufe der Epochen, aber Dramen stellen immer wichtige Seinsfragen der Menschheit um Freiheit und Zwang, Charakter und Schicksal, Schuld und Sühne.

(3) Tragikomödie: Drama, das Tragik und Komik verbindet. Dabei erhellen sich Tragik und Komik gegenseitig, z.B. hebt die Tragik die Komik auf eine höhere Stufe, indem sie diese zu Spott mit tragischem Unterton macht und die Doppelgesichtigkeit der Welt zeigt.
Verschiedene Arten von Handlungen
>; Äußere Handlung: Geschehen auf der Bühne oder auf anderen Handlungsschauplätzen
>; Innere Handlung: Vorgänge und Entwicklungen im Inneren der Figuren
>; Offene Handlung: Auf der Bühne sichtbare Handlung
>; Verdeckte Handlung: Geschehen, das auf der Bühne nicht sichtbar ist und dem Zuschauer durch Figurenrede vermittelt wird (z.B. durch Botenberichte oder Teichoskopie)

Konflikt
>; Aufeinandertreffen von Personen mit gegensätzlichen Auffassungen oder Absichten -> Parteibildung -> Konflikt
>; Traditionelles Drama: Konflikt eröffnet den Verlauf der Handlunge: Höhepunkt - Wendepunkt - Lösung
>; Konfliktlösungsmuster sind je nach Genre unterschiedlich
Figuren

Hauptfiguren Nebenfiguren
>; haben komplexe Charaktere >; sind häufig auf einen Charakteraspekt reduziert (Typen)
>; zeigen individuelle Eigenschaften >; nicht wegen ihres Charakters wichtig
>; haben unverwechselbares Schicksal >; sind nur für den Fortgang der Handlung nötig
>; bestimmen Gang der Handlung entscheidend mit
>; sprechen eigene Sprache

Nebentext¬
>; Titel
>; Personenverzeichnis
>; Regieanweisungen
o Meistens kursiv gesetzt
o Autor informiert über
- Ort und Zeit des Geschehens
- Verhalten der Figuren
Strukturelemente des Dramas
>; Szene (Auftritt): Unterabschnitt der dramatischen Handlung, der meist mit einem Figurenwechsel einhergeht und einen Handlungsschritt bildet
>; Akt (Aufzug): Hauptabschnitt der dramatischen Handlung
>; Prolog: Vorrede bzw. -spiel, das in die Thematik des Stücks einführt
>; Epilog: Nachspiel, das die Handlung reflektiert
>; Zwischenspiel: Unterbrechung der eigentlichen Handlung durch kurze, meist komische Szenen
Dramatisches Sprechen
>; Dialog: von zwei oder mehr Figuren abwechselnd geführte Rede und Gegenrede
>; Monolog: Selbstgespräche einer Bühnenfigur
>; Beiseitesprechen: eine Bühnenfigur sagt etwas, das ihre Dialogpartner auf der Bühne nicht hören, wohl aber das Publikum
>; Botenbericht: Eine Bühnenfigur berichtet von vergangenen Ereignissen, die auf der Bühne nicht dargestellt werden können, der Botenbericht ist, wie die Teichoskopie, ein Mittel der drei ,Einheiten' im ,geschlossenen Drama'
>; Teichoskopie: Mauerschau; durch den Bericht eines Beobachters - oft von erhöhter Warte aus - werden gleichzeitig ablaufende Ereignisse vergegenwärtigt, die auf der Bühne nicht darstellbar sind, z.B. Schlachten oder Schiffskatastrophen
>; Chor: im (antiken) Drama eine Gruppe von Figuren, die durch Sprechgesänge die Handlung auf der Bühne kommentiert, aber auch die Spielfiguren oder die Zuschauer direkt anspricht

Fremdwörter
Peripetie Umschlag (der Handlung)
retardierendes Moment Herauszögerung
Polymethie mehrere Handlungen gleichzeitig
Kausal ursächlich
Autonomie Eigenständigkeit
Ständeklausel Prinzip nach dem nur "gute Menschen" oder Adelige Tragik erleben
Pathos Erhabenheit
Retardation fallende Handlung
Inhalt
Der Text fasst die Eigenschaften von Dramen und Komödien zusammen, nennt die verschiedenen Gattungen und erklärt Fachbegriffe. (884 Wörter)
Hochgeladen
21.11.2013 von Miriamo
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