Langgässer, Elisabeth - Saisonbeginn: Interpretation

Deutsch-Facharbeit zum Thema "Langgässer, Elisabeth"

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Langgässer, Elisabeth

Klasse 11/GK Deutsch 2012



Interpretation
Elisabeth Langgässer - Saisonbeginn

Drei Arbeiter und ein Schild, Hin und Her, und am Ende die große Überraschung. Das ist die Kurzgeschichte "Saisonbeginn" von E. Langgässer, welche ich nun interpretieren möchte.
Alles beginnt mit drei Arbeitern im späten Frühling, welche ein Schild in einem Kurort in den Bergen aufstellen möchten. Es soll die Touristen begrüßen, also soll es gut sichtbar sein. Hierfür suchen sie den besten Platz aus. Auch soll dieses Schild nicht das Kruzifix verdecken. Als sie den besten Platz gefunden haben, helfen ihnen geschwind ein paar Kinder. Passanten mustern nun auch dieses Schild. Einige lachen, andere schweigen und zwei Nonnen sind sehr verunsichert. Am Ende wird dann auch dem Leser verraten, was auf dem Schild steht. Es ist zum einen sehr überraschend, aber auch sehr erschreckend, denn die Inschrift lautet: "In diesem Kurort sind Juden unerwünscht". Meiner Meinung nach handeln die Arbeiter ohne richtig nachzudenken, sie erledigen lediglich ihre Aufgabe.
Der Beginn der Kurzgeschichte besteht daraus, die Landschaft und das grobe Geschehen zu beschreiben. Trotzdem wird man sofort in die Situation hineinversetzt, was ein Merkmal von Kurzgeschichten ist und dadurch auch die Gattung des Textes bestätigt. Es werden Personifizierungen für die Pflanzen benutzt ("[...]der Löwenzahn strotzte und blähte sein Haupt[...]") viele Adjektive um einfache Sachen noch näher zu beschreiben ("[...] heißer Spätfrühlingstag[...]") und mit Hypotaxen wird diese Beschreibung noch mehr vernetzt. Die Arbeiter werden in diesem Abschnitt auch etwas beschrieben. Sie haben das Schild, Werkzeuge wie Schaufel, Hammer, Nägel und Zange, und einen Pfosten für die Hinweistafel bei sich. Wie diese Werkzeuge mit der Kreuzigung Jesu zusammenhängen, erläutere ich später.
Die Arbeiter versuchen nun ein eigneten Platz zu finden. Hierbei werden viele Wörter benutzt die nach harter Arbeit klingen (Onomapoetik) wie zum Beispiel "schleppen" oder im späteren Verlauf "rammen" und "wuchtige Schläge". Die Ortsfindung gestaltet sich sehr schwer. Einmal ist die Tankstelle im Weg, dann ist es zu weit weg oder von einer alten Buche verdeckt (eventuell Assoziation mit Novelle "Die Judenbuche" von A. v. Droste-Hülshoff, da Schild auch mit Judenvertreibung in Kongruenz steht). Letztendlich wird der Platz direkt neben dem Jesusbildnis, gewählt. Dass nun Der Pfahl in die Erde gerammt und das Schild angenagelt wird lässt auf die Kreuzigung Jesus schließen. Auch er musste sein Kreuz weit auf seinen Schultern tragen oder "schleppen" ebenfalls waren bei seiner Kreuzigung Werkzeuge wie Schaufeln, Hammer und Nägel vorhanden und außerdem haben auch bei Jesus Tod die unterschiedlichsten Menschen die unterschiedlich Meinungen zu Kenntnis gegeben, wie es auch bei unserer Kurzgeschichte nun der Fall ist. Die Kinder helfen eifrig mit. Viele Passanten lachten entweder, schüttelten den Kopf oder wussten nicht was sie sagen sollen. Manchen war es auch einfach gleichgültig. Die Nonnen welche sich um das Kruzifix kümmerten, waren sehr unsicher was sie über das Schild denken sollen. Denn Jesus, direkt neben dem Schild, ist hier sogar als Retter der Juden (J.N.R.J.) abgebildet ist hat sich für Gleichheit und gegen Unterdrückung unter den Menschen eingesetzt und nun wird neben ihm ein Schild aufgestellt, das selbst ihn verabscheut. Langgässer schreibt des Weiteren, dass Jesus sein Haupt zu der Tafel neigt um sie zu "begutachten". Jesus der Retter der Juden ist einem Schild gegen Juden gegenübergestellt oder für die Touristen, die diese Schildkombination vernehmen müssen, sogar gleichgestellt. Man kann bei der gesamten Handlung von der Kreuzigung von den Taten Jesus sprechen. Dort wo man eigentlich streng katholisch ist, denn in den Bergen meint ja im Bereich Bayerns oder der Alpen, wird Jesus ein zweites Mal gekreuzigt. In Langgässers Zeit, nach dem 2.Weltkrieg, erkannte man was geschehen war. Man tat im 3. Reich streng religiös, man war es aber nicht auf die Art wie es die Kirche vorsah, sondern nach der Ideologie eines Mannes. So werden auch die Arbeiter aus der Kurzgeschichte nicht bemerkt haben, dass sie den, welchen sie sonst anbeten nun indirekt noch einmal gekreuzigt haben. Die Endszene beschreibt noch einmal sehr passend die Kreuzigung. Jesus hat sein Haupt nach rechts geneigt und die Arbeiter betrachten zufrieden ihr Werk. Exakt wie die biblische Kreuzigung. Als Jesus stirbt, hat auch er sein Haupt nach rechts geneigt. Die Wachen, welche ihn auf Golgatha an sein Kreuz genagelt haben, haben sich auch über ihre Taten gerühmt.
Um meine anfängliche Sinnvermutung wieder aufzugreifen, kann ich an dieser Stelle herausstellen, dass die Männer einfach sich als Ziel gesetzt haben das Schild bestmöglich aufzustellen um damit alle Juden fernzuhalten. Dass sie damit Jesus und ihren eigentlichen Glauben übergangen haben, werden sie an dieser Stelle wohl kaum bemerkt haben, denn sie hatten nur ihr Ziel. Damit bestätigt sich die Sinnvermutung teilweise, die Arbeiter wussten zwar, dass sie Juden vertreiben, aber denkbar kaum, dass sie so auch ihren Glauben und Jesus indirekt austreiben.
Inhalt
Es handelt sich um eine Interpretation als Hausaufgabe zur Kurzgeschichte "Saisonbeginn" von Elisabeth Langgässer. (827 Wörter)
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09.04.2013 von Hubby12
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